Dein Dach liegt schön zur Sonne, du willst endlich etwas damit anfangen – und dann stehst du vor zwei Begriffen, die verdächtig ähnlich klingen. Solarthermie oder Photovoltaik? Beide holen sich Energie von der Sonne. Aber was sie daraus machen, ist grundverschieden. Und weil dein Dach nur einmal da ist, musst du dich in den meisten Fällen entscheiden.
Wir sind Sally Energy, SHK-Meisterbetrieb aus Düsseldorf. Wir bauen beides – und haben deshalb kein Interesse daran, dir eine Technik schönzureden. Hier bekommst du den ehrlichen Vergleich.
Das Wichtigste in Kürze
- Solarthermie macht aus Sonne Wärme, Photovoltaik macht aus Sonne Strom. Das ist der ganze Unterschied – und er entscheidet alles.
- Ein Quadratmeter Solarthermie liefert mehr Rohenergie (rund 400–500 kWh Wärme), ein Quadratmeter PV rund 150–180 kWh Strom. Trotzdem holt PV meist mehr Geld raus, weil Strom vielseitiger ist.
- Solarthermie bekommt einen Förderzuschuss über die KfW, Photovoltaik nicht – dafür zahlst du auf PV 0 % Mehrwertsteuer und bekommst 20 Jahre Einspeisevergütung.
- Amortisation grob: PV in 9–12 Jahren, Solarthermie eher 15–20 Jahre.
- Für die meisten Häuser mit Wärmepumpe ist PV die bessere Wahl – der Strom kann Heizung, Haushalt und E-Auto versorgen. Wärme kann nur heizen.
Der Unterschied in einem Satz
Eine Solarthermie-Anlage ist im Kern ein Sonnenkollektor, durch den Flüssigkeit läuft. Die Sonne erwärmt diese Flüssigkeit, ein Wärmetauscher gibt die Wärme an deinen Warmwasserspeicher ab. Ergebnis: warmes Wasser, bei größeren Anlagen auch Heizungsunterstützung.
Eine Photovoltaik-Anlage erzeugt Strom. Und Strom ist das flexiblere Produkt: Er läuft in die Waschmaschine, in die Wärmepumpe, in den Speicher, ins E-Auto – oder er geht ins Netz und bringt dir Geld.
Der Denkfehler mit dem Wirkungsgrad
Jetzt kommt das Argument, das dir jeder Solarthermie-Verkäufer bringt: „Solarthermie hat bis zu 80 % Wirkungsgrad, PV nur 20 %." Das stimmt sogar – und führt trotzdem in die Irre.
Denn der Kollektor-Wirkungsgrad sagt nur, wie viel Sonne in Wärme umgewandelt wird. Was danach passiert, steht auf einem anderen Blatt: Leitungsverluste, Speicherverluste und vor allem Wärme, die du im Sommer schlicht nicht brauchst. Im Jahresschnitt landet der System-Wirkungsgrad realistisch eher bei 30 bis 35 %.
Dazu kommt der eigentliche Punkt: Wärme im Juli ist wenig wert, wenn dein Speicher voll ist. Eine Kilowattstunde Strom kannst du dagegen fast immer irgendwo sinnvoll unterbringen. Der Wirkungsgrad ist also die falsche Frage. Die richtige lautet: Was kommt bei dir unten an Euro raus?
Was bringt ein Quadratmeter Dach?
| Solarthermie | Photovoltaik | |
|---|---|---|
| Erzeugt | Wärme | Strom |
| Ertrag pro m² / Jahr | ca. 400–500 kWh Wärme | ca. 150–180 kWh Strom |
| Nutzbar für | Warmwasser, Heizungsunterstützung | alles: Haushalt, Wärmepumpe, Speicher, E-Auto, Einspeisung |
| Typische Anlage (EFH) | ca. 5–15 m² | ca. 8 kWp (rund 40 m²) |
| Kosten (grob) | ca. 4.000–12.000 € | ca. 10.000–14.000 € |
| Ersparnis pro Jahr | ca. 200–400 € | ca. 800–1.200 € |
| Amortisation | ca. 15–20 Jahre | ca. 9–12 Jahre |
| Förderung | KfW-Zuschuss möglich | kein Zuschuss, dafür 0 % MwSt. + Einspeisevergütung |
Richtwerte für ein normales Einfamilienhaus – dein Dach, dein Verbrauch und deine Ausrichtung verschieben das. Aber die Richtung ist eindeutig.
Das Dach ist der Engpass
Der Punkt, den viele unterschätzen: Du kannst dieselbe Fläche nicht zweimal belegen. Jeder Quadratmeter Solarthermie ist ein Quadratmeter, auf dem keine Photovoltaik liegt.
Und genau da entscheidet sich die Sache. Rechnet man den wirtschaftlichen Ertrag pro Quadratmeter, gewinnt PV auf dem typischen Einfamilienhaus deutlich. Deshalb lautet die Faustregel für die meisten Dächer: erst PV, so viel wie sinnvoll draufpasst.
Der große Unterschied bei der Förderung
Hier wird es interessant, weil beide Techniken völlig anders behandelt werden.
Solarthermie zählt zu den förderfähigen Heizungen. Über die KfW gibt es dafür die Grundförderung von 30 %, dazu je nach Situation weitere Boni – zum Beispiel den Einkommens-Bonus. Was seit der Reform genau gilt und wie viel bei dir drin ist, haben wir dir hier aufgeschlüsselt: Neue Wärmepumpen-Förderung ab 21. Juli 2026.
Photovoltaik bekommt keinen dieser Zuschüsse. Dafür zahlst du beim Kauf 0 % Mehrwertsteuer, und für den Strom, den du ins Netz gibst, bekommst du eine Einspeisevergütung – aktuell rund 8 Cent je Kilowattstunde, garantiert für 20 Jahre.
Klingt erstmal nach einem Punkt für Solarthermie. Ist es aber selten: Der Zuschuss senkt die Anschaffung einmalig, die höhere Ersparnis der PV wirkt jedes Jahr aufs Neue. Unterm Strich liegt PV trotzdem meist vorn.
Wann Solarthermie trotzdem die richtige Wahl ist
Damit das hier kein Werbetext wird – es gibt Fälle, in denen Solarthermie Sinn ergibt:
Sehr hoher Warmwasserbedarf
Große Familie, täglich mehrere Duschgänge? Dann kann eine Solarthermie-Anlage bis zu rund 60 % des Warmwassers übernehmen.
Du tauschst ohnehin die Heizung
Dann lässt sich die Solarthermie als förderfähige Heizung mitnehmen – inklusive Zuschuss.
Dein Dach taugt kaum für PV
Ungünstige Ausrichtung oder wenig Fläche? Für Warmwasser reicht oft schon eine kleine Kollektorfläche.
Du hast schon PV
Und es bleibt sinnvoll nutzbare Fläche übrig – dann kann Solarthermie die Ergänzung sein.
Was wir dagegen selten empfehlen: Solarthermie zusätzlich zu einer Wärmepumpe. Beide machen Wärme, sie überschneiden sich – und die Wärmepumpe macht sie ohnehin effizienter.
Für die meisten Häuser in Düsseldorf: Photovoltaik
Wenn du eine Wärmepumpe hast oder planst, ist die Sache ziemlich klar. Dann macht dein Solarstrom am Ende auch deine Wärme – über die Wärmepumpe, mit einem Vielfachen an Effizienz. Zusätzlich versorgt er den Haushalt und, wenn du willst, das E-Auto.
Wie viel mehr dabei herauskommt, wenn Wärmepumpe, PV und Speicher als ein System zusammenarbeiten, liest du hier: Weniger Stromkosten, mehr Autarkie: der Viessmann-Systemverbund.
Heißt das, Solarthermie ist tot? Nein. Es heißt nur: Sie ist heute die Speziallösung, nicht die Standardlösung.
Was passt auf dein Dach?
Wir schauen uns dein Haus an, rechnen ehrlich – und sagen dir auch, wenn sich der Aufwand bei dir nicht lohnt.
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Kevin Nowosielski
Geschäftsführer & SHK-Meister · Sally-Energy GmbH · Viessmann Systempartner
„Viele Grüße aus Düsseldorf – und wenn du Fragen hast, ruf einfach an."


